Bildungsfahrt TvA nach Avila / Spanien

Samstag 27. bis Mittwoch, 31. Oktober 2018

Bereits in der Nacht unserer Gründung am 09.Februar am Wila 2018 fassten wir den Beschluss mehr über unsere gewählte Patronin und zugleich Patronin unserer Heimatpfarrei, die Heilige Teresa von Avila, zu erfahren und eine Bildungsfahrt nach Avila an ihre Wirkungsstätte zu unternehmen.

In den Herbstferien war es soweit, 10 TvA-Rover machten sich auf den Weg ins spanische Avila, ca. 150 km nordwestlich von Madrid. Mit uns dabei war auch Pater Ulrich, der Provinzial (= Deutschlandchef) unseres Ordens, der unbeschuhten Karmeliten.

Ich möchte, dass ihr nur dieses eine begreift: Es geht auf diesem geistlichen Wege nicht darum, viel zu denken, sondern viel zu lieben. Was am meisten Liebe in euch weckt, das tut.

Teresa von Avila

Eröffnungsrunde mit Ausblick: La Muralla de Ávila

Ein Flieger und ein Zug brachten uns viel zu schnell an unser Ziel nach Avila. Erst bei der Eröffnungsrunde mit einem wunderbaren früh abendlichen Blick auf die mittelalterliche Stadt Avila konnten auch der Geist und das Gemüt nachfolgen.

Für die nächsten Tage wohnten wir in der Casa Natal, der Klosterherberge an der Geburtskirche der Hl. Teresa. Dort wurden wir köstlich verpflegt und versorgt und unternahmen unsere Exkursionen zu den wichtigsten Stationen im Leben der Hl. Teresa, die überall in der Stadt, fast schon einem Popstar gleich, präsent ist.

Pater Ulrich war unser wandelndes Lexikon, an jedem Ort, zu jeder Gelegenheit wusste er Spannendes, Bemerkenswertes, Wissenswertes aus dem Leben der Hl. Teresa zu berichten. Nahezu jede deutsche Veröffentlichung zur Hl. Teresa ist von oder mit Pater Ulrich erschienen!

Bemerkenswert für uns waren auch die Kälte und der erste Schnee in diesem Jahr, den wir auf den Mauern von Avila hatten und den wir in dieser Art in einem mediterranen Land nicht erwartet hätten.

So viel zu entdecken – TvA staunt mit Pater Ulrich
Ankunft an der Casa Natal de Santa Teresa de Jesús

Als am Sonntagabend endlich auch das verspätete, weil von der Airline verschlampte, Fluggepäck mit Muckls Gitarre und Denkos Rucksack bei uns wieder ankam, konnten wir unserer leicht gehemmten Sangesfreude mit dem eigens für uns erstellen TvA-Liederbuch freien Lauf lassen.
Die Abende verbrachten wir gerne in landestypischer Gastronomie bei Tapas und Cerveza um auch hier die kulturellen Besonderheiten genau studieren und kennen lernen zu können.

Teresas Lehre zentriert sich auf das innere Beten, (…) später bezeichnete sie ihr Beten als „Verweilen bei einem Freund“. Das bedeutet, dass der Mensch sich immer wieder von neuem als der, der er ist, Gott zu-wenden soll, ohne dabei etwas zu verdrängen oder abzuwerten, im Bewusstsein, so vom menschge-wordenen Gott geliebt zu sein, „der sich über die Schwächen der Men-schen nicht entsetzt, sondern Ver-ständnis hat für unsere armselige Lage“.

Mit jeder Begegnung wurde uns die Hl. Resi sympathischer, die für Ihre Zeit unglaublich emanzipiert war, sich von kaum einer Obrigkeit etwas sagen lies und ein liebevolles, freundschaftliches, bedingungslos positives Gottesbild weiter trug.

Allzu bald mussten wir das spannende, mittelalterliche Avila zurück lassen und uns wieder auf die Heimreise begeben. Im Madrid machten wir noch einen Zwischenstopp und zunächst einen Abstecher in das Museo del Prado.

Der „Prado“, eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, welch‘ Meisterwerke sind hier zu sehen, von Dürer bis Rembrandt von Bosch bis Rubens, die Weltelite der bedeutendsten Maler ist hier ausgestellt.

Auch in Madrid ist die Nacht nicht allein zum Schlafen da und unser Hostel bekam uns nur kurz zu sehen. Am letzten Tag unserer Bildungsfahrt erkundete die eine Neigungsgruppe in einer Stadtrundfahrt die spanische Metropole, während die zweite Neigungsgruppe im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía neuere Meisterwerke der spanischen Avantgarde von Picasso bis Dalí bewunderte.

Voll mit Eindrücken aus dem Leben der Teresa und viel Kunst und Kultur traten wir unsere Heimreise an. Die Erlebnisse dieser Bildungsfahrt und die frohe Bot-schaft unserer Patronin tragen wir fort-an, wie unser Lagerabzeichen, in unseren Herzen.

Nada te turbe, nada te espante …
mansti

Dieses Licht! – voll geflasht von den Bildern von El Greco im Prado
Madrid ist nicht allein zum Schlafen da – im Königsplast spielt die Infantin Kronprinzessin Leonor nachts Playstation! (Fenster rechts oben!)

Vita der Hl. Teresa von Avila

Teresa Ordensziele waren ein geschwisterlicher Lebensstil, Einübung ins Ich-Sterben (Freiwerden vom Ego) und vor allem Pflege einer intensiven Freundschaft mit Gott; dem Ganzen sollte Demut – verstanden als ständiges Bemühen um Selbsterkenntnis – zugrunde liegen. Damit hob Teresa sich klar vom damals gängigen Reformideal der Descalzos in Kastilien ab, das auf Rigorismus setzte, dessen Kennzeichen aufsehenerregende Bußübungen (Selbstgeißelung, extremes Fasten und totales Abstinenzgebot) waren, womit man sich Gottes Gunst zu erwerben und zu erhalten hoffte.

Teresa von Avila: Wenn fasten, dann fasten, wenn Rebhuhn dann Rebhuhn.
  • 1515: 28.3.: Geburt Teresas de Ahumanda y Cepeda
  • 1535: Eintritt ins Kloster der Menschwerdung (Encamación) in Avila
  • 1562: Gründung des Klosters San Jose in Avila – das erste Kloster der Reform. Teresa beginnt das Buch “Weg der Vollkommenheit” (Camino de Perfección)
  • 1563: Teresa schreibt für ihr Kloster Satzungen (Constituciones), 1565 durch Papst Pius IV. bestätigt
  • 1567: P. Rubeo Rossi, der General der Karmeliten, erlaubt Teresa, weitere Schwesternklöster und zwei Mönchsklöster zu gründen. Teresa lernt Juan de la Cruz kennen und gewinnt ihn für die Reform
  • 1568: Juan de la Cruz und Antonio de Jesus (de Heredia) gründen das erste Männerkloster der Reform
  • 1573: Teresa beginnt, das “Buch der Klostergründungen” (Fundaciones) zu schreiben.
  • 1575: Teresa erhält den Befehl, sich in ein Kloster zurückzuziehen und weitere Gründungen zu unterlassen. Beginn der Verfolgung des reformierten Zweiges des Ordens.
  • 1577: Teresa schreibt “Die innere Burg” (Las Moradas).
  • 1579: Die Karmeliten der Reform (die sog. Unbeschuhten) unterstehen nicht mehr den Karmeliten der alten Observanz. Ende der Verfolgung.
  • 1580: Die Karmeliten der Reform bilden eine eigene Ordensprovinz.
  • 1581: Auf der Rückreise von ihrer letzten Klostergründung in Burgos stirbt Teresa am 4. Oktober bei den Schwestern in Alba de Tormes.
  • 1614: 24.4.: Seligsprechung Teresas.
  • 1622: 12.3.: Heiligsprechung Teresas.
  • 1970: 27.9.: Teresa wird als erste Frau zur Kirchenlehrerin ernannt.

(m)